Schwerte – Einkaufsstadt oder Wohnstadt mit Einkaufsmöglichkeiten

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(Foto: © Th.Schmithausen)

Am vergangenen Donnerstag, 23.01.2020 fand in der Rohrmeisterei das erste Forum zur Zukunft der Innenstadt statt.

Bürgermeister Dimitrios Axourgos (Foto: © Th.Schmithausen)

Bürgermeister Dimitrios Axourgos eröffnete die Veranstaltung und betonte, dass Schwerte sehr wohl eine Einkaufsstadt sei. „Wie kann man sagen, Schwerte ist keine Einkaufsstadt?“ Immerhin gäbe es einige Neueröffnungen in der Stadt zu begrüßen und auch Werbegemeinschaft und das neue Stadtmarketing täten alles, um die Einkaufsstadt Schwerte attraktiver zu machen. Sowohl Immobilienbesitzer als auch Kaufleute etc. müssen Hand in Hand arbeiten, dies hätte auch auf der Bahnhofstrasse gut funktioniert.

Michael Kersting (Foto: © Th.Schmithausen)

Anschließend gab Michael Kersting (Leiter Stadtmarketing) einen Statusbericht zur Lage in der Schwerter Innenstadt. Schwerte habe eine Gesamtverkaufsfläche von ca. 78.000 qm, davon rund 50 Leerstände im Stadtgebiet mit einer Verkaufsfläche von ca. 8.900 qm. Das entspricht einer Quote von 11,5 % der Gesamtverkaufsfläche. 11 Leerstände seien in der Hauptlage Hüsingstr./Mährstr. mit einer Verkaufsfläche von ca. 1.000 qm. In den letzten Monaten gab es jeweils 2 Neueröffnungen in der Mährstr. und in Westhofen. Der Gewerbemietspiegel läge bei € 15,00 bzw., € 18,00 in der 1-A Lage.

Er stellte fest, dass der Handel bundesweit rückläufig sei und es daher auch für Schwerte nicht leichter werden würde. In seiner 9-monatigen Bestandsaufnahme habe er mit dem einen oder anderen Filialisten gesprochen und immer wieder zu hören bekommen, dass die Ladenlokale in Schwerte entweder zu klein, oder zu unattraktiv seien.

Es habe bereits 50 Telefonate mit Expansionsverantwortlichen von Unternehmen gegeben, davon haben 5 Unternehmen angegeben konkret Verkaufsfläche zu suchen, 17 waren offen für Angebote.

Kersting wies noch einmal darauf hin, dass das Expansionsverhalten des traditionellen Handels in Deutschland rückläufig sei. Lage Größe und/oder Schnitt der Ladenlokale in Schwerte sei oft nicht als ausreichend gut oder passend bewertet worden. Auch das City-Center sei für großflächig suchende Unternehmen entweder zu klein oder zu unattraktiv. Hinzu käme auch, dass die Mietvorstellungen einiger Eigentümer völlig überzogen seien.

Unter dem Motto „Das ist kein Leerstand. Das ist eine Chance“ rief Kersting alle Beteiligten dazu auf, umzudenken. Mietpreise müssten Marktreal werden, der inhabergeführte Einzelhandel sei zu stärken, kleine und mittlere Ladenlokale müssten modernisiert und barrierefrei werden, Eigentümer sollen bei Flächenzusammenlegungen kooperieren, neue und größere Flächen sollen geschaffen werden und neue Konzepte müssten ausprobiert werden.

Christian Vocke (Foto: © Th.Schmithausen)

Christian Vöcks (Technischer Dezernent) sprach anschließend noch einmal über das, was man schon geleistet hätte. Immerhin seien sowohl der Bahnhofsplatz, als auch die Bahnhofsstraße gelungene Projekte, ein Zeichen dafür, das man gemeinsam viel erreichen kann. Noch in diesem Jahr wolle man mit dem Projekt St. Viktor beginnen und den Marktplatz umgestalten.

Bleibt zum Schluss also doch die Frage: Ist Schwerte eine Einkaufsstadt oder doch eine „liebenswerte Wohnstadt mit ausreichend Einkaufsmöglichkeiten“?

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