Urlaubs-Hilferuf von falschen Freunden – Mit vertraulichen Phishing-Mails auf Geldfang

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Verbraucherzentrale Schwerte (Foto: Th. Schmithausen)

Wer per E-Mail einen finanziellen Hilferuf von einem vermeintlichen Freund aus dem Ukraine- oder Türkei-Urlaub erhält, läuft derzeit Gefahr, einer neuen Betrugsmasche aufzusitzen: 

Auffällig daran ist, dass die Betrüger vorher einen höheren Aufwand betreiben, indem sie persönliche Beziehungen zwischen zwei Personen ausfindig machen, um sich dann als realer Bekannter oder Freund eines E-Mail-Opfers auszugeben. 

Der Inhalt der Nachricht ist fast immer der Gleiche: 

Tasche am Urlaubsort in der Türkei oder der Ukraine mit Reisepass und Kreditkarte verloren; kein Geld mehr, um Flugticket und Hotelrechnung zu bezahlen: „Ich wollte dich fragen, ob du mir 1.850 Euro leihen kannst“ – mit diesem dramatischen Appell und einer Regie-Anweisung, wie die Geldsumme schnell und zuverlässig an den Betrüger gelangt, endet meist die E-Mail über die persönlichen Notlage an den Empfänger.

„Wer eine solche Mail erhält, sollte keinesfalls den geforderten Geldbetrag überweisen, sondern sich stattdessen umgehend zur Klärung des Sachverhalts an seinen realen Freund oder Bekannten und an die Polizei mit einer Strafanzeige wenden“, rät die Verbraucherzentrale NRW. Folgende Hinweise helfen, um den Geld-„Phishern“ nicht ins Netz zu gehen:

Akribische Vorarbeit nötig: 

Falsche E-Mails mit der betrügerischen Absicht, mit wahllos versendeten Phishing-Mails ans Geld und an die persönlichen Daten von ahnungslosen Usern zu kommen, sind seit Jahren im Umlauf. 

Neu ist, dass Betrüger nun persönliche Daten von potenziellen Opfern nutzen und hierzu auch die E-Mail-Verbindungen von Personen untereinander in Erfahrung bringen – etwa über öffentlich sichtbare Freundschaftslisten in sozialen Netzwerken, gemeinsame Mitgliedschaften in einem Sportverein oder über Mitarbeiter-Angaben auf einer Webseite von Firmen. 

Mit geringem Aufwand sind solche Daten im Internet leicht zu ermitteln. Die persönlichen Merkmale – wie Name, Geburtsdatum und vermeintliche E-Mail-Adresse sowie die gegenseitige Bekanntschaft – setzen sie ein, um sich mit ihrem Notfall-Appell möglichst glaubhaft an Einen von beiden mit der Identität des Anderen zu wenden. 

Das Kalkül: 

Angeschriebene sollen dem angeblichen Freund aus der Patsche helfen und das geforderte Geld überweisen.

Geldtransfer über Zahlungsdienst gefordert:

Damit die genannte vierstellige Summe beim Geld-Abgreifer auf Nimmerwiedersehen ankommt, soll der Betrag bei einer Agentur eines internationalen Zahlungsdienstes, etwa MoneyGram oder Western Union, in bar eingezahlt und die Referenz-Nummer an den betrügerischen Absender durchgegeben werden.

Richtig reagieren: 

Wer eine solche Nachricht erhält, sollte ihr keinesfalls vertrauen, sondern zunächst bei der in der Mail genannten Person nachfragen, ob und was sie über das fragwürdige Hilfsgesuch per E-Mail weiß. Ein Indiz kann auch die Absender-E-Mail sein. Handelt es sich um eine andere Adresse als die bisher bekannte, ist dies ein Zeichen für eine Fake-Mail. Auf eine solche Post sollte zudem nicht mit einer Rückantwort oder Nachfrage reagiert werden, damit der Geld-Kassierer im Hintergrund keine weiteren persönlichen Daten für sein Unwesen im Netz erhält.

Schnell handeln:

Wer dennoch dem dringenden Zahlungsappell aufgesessen ist und den gewünschten Betrag überwiesen hat, sollte sofort handeln. Der Zahlungsdienst sollte angewiesen werden, dass Geld umgehend wieder zurückzubuchen, auch wenn dies ausgeschlossen erscheint. Da es sich bei dieser Phishing-Masche um einen gezielten Betrugsversuch an der eigenen Person handelt, ist eine Anzeige bei der Polizei zur Strafverfolgung sinnvoll. Die E-Mail, auf die man hereingefallen ist, besser nicht löschen, sondern den Strafverfolgungsbehörden übermitteln, um diese bei ihren Ermittlungen zu unterstützen.

Wer eine verdächtige E-Mail erhält, kann diese auch per E-Mail an die Verbraucherzentrale NRW unter phishing@verbraucherzentrale.nrw  weiterleiten. 

In ihrem Phishing-Radar auf www.verbraucherzentrale.nrw/phishing informiert die Verbraucherzentrale regelmäßig über neue Varianten von betrügerischen Mails.

PM: Verbraucherzentrale Schwerte

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